Grabstätte der Rittergutsfamilie

Letzten Sommer haben wir die Grabstätte der Gutsherrenfamilie und Rittergutsbesitzer Zeitschel in einem erbärmlichen Zustand gefunden.

In der DDR waren die Gutsherren verpönt, und später vergessen.
Auch nach der Wende nahm die Familie das Grab nicht mehr an.

Die Gruft war unter Bäumen und Efeu kaum noch erkennbar.
Das Ganze war mit Dornen und Brennesseln überwachsen.

Lianen haben die Marmorplatten gesprengt.

Carl Zeitschel schuf um 1850 an Stelle des alten Vorwerks oberhalb Schiebens das stattliche Herrenhaus, die Wirtschaftsgebäude und Parkanlagen.
Er war langjähriger Landtagsabgeordneter und für alle Landeswohlfahrtsbestrebungen tätig.
Die Kirch- und Schulgemeinde zu Tultewitz und Schieben widmete ihm wegen seiner Verdienste um Kirche und Schule und seine vortrefflichen Charaktereigenschaften, die ihm bleibendes Andenken sichern, ehrenvolle Nachrufe (1902).

Carl und sein Sohn Alfred haben durch Errichtung der neuen Gebäude, Neuschaffung und Erweiterung der Parkanlagen und Obstplantagen, sowie intensiven Landwirtschaftsbetrieb eine bedeutende Verschönerung und Verbesserung des Rittergutes herbeigeführt.
Besonders Alfred Zeitschel gebührt das Verdienst auf dem Gebiet des Obstbaus, dem von jeher von den Bewohnern von Schieben und Tultewitz größte Sorgfalt zugewendet wurde, durch seine erfolgreiche Tätigkeit vorbildlich gewirkt zu haben.

1910 übernimmt Herr Dr. Moritz Zeitschel, Geheimer Justizrat, Rittergutsbesitzer zu Schieben, die Kosten für Turmreparatur und Abreißen der inneren und äußeren Wandflächen der Kirche zu Tultewitz.

Quelle: https://schieben.net/rittergut-details/

Langsam sind die Konturen wieder erkennbar.

Alpha - Omega, Anfang und Ende.

Man sieht noch die mächtigen Lianen, die alles zerstörten.

Einst das Schmuckstück der Herren von Schieben und Tultewitz.

Nach dem Tod von Alfred Zeitschel legte Dr. Moritz Zeitschel eine Stiftung zum Wohle der Gemeinde Schieben an.
Die Stiftungsurkunde fanden wir im Landesarchiv Thüringen- Staatsarchiv Meiningen von 1912. (https://schieben.net/pressearchiv)
Wann und wohin die Stiftungsgelder verschwunden sind, konnten wir nicht heraus finden.

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